Unsere Einschätzung
In Summe wurden von verschiedenen Seiten deutlich stärkere und preisrelevantere Änderungen gefordert und zum Teil auch erwartet. So sieht der Vorschlag beispielsweise keine Änderungen an Artikel 29a der ETS-Richtlinie vor. Dieser enthält einen automatischen, aufgrund seiner Parameter jedoch weitgehend zahnlosen Mechanismus zur Freigabe zusätzlicher Mengen in Abhängigkeit vom EUA-Preis. Eine deutliche Verschärfung dieses Artikels hätte stärker preisdämpfend gewirkt.
Den größten unmittelbaren Preiseffekt dürften die Mengen der Industrial Decarbonisation Bank haben, da sie zusätzliches Angebot schaffen. Diese Mengen waren durch diverse Vorankündigungen allerdings bereits teilweise erwartet worden. Zum Teil waren sie bereits für 2027 angenommen worden; nun kommen sie frühestens 2028.
Die nun tatsächlich vorgeschlagenen Änderungen verändern das ETS nur marginal und bleiben damit deutlich hinter dem befürchteten zusätzlichen Angebotsdruck zurück; einige Maßnahmen wirken zudem erst nach 2030. Gerade weil die Reform schwächer ausfällt als erwartet, bestärkt sie unsere grundsätzlich bullische Erwartung für EUAs.

